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Strawberries, cherries and an angel’s kiss in spring

Mein allererstes Date (2013), das ich einer mittlerweile echt bekannten Datingapp (nicht Tinder, ich glaube dafür bin ich wirklich zu alt) verdanke…

Altbekanntes Problem: Auf Fotos sieht man immer anders aus als in echt. Man WIRKT anders, man IST anders. Gestik, Mimik, Attitüde machen einfach eine Menge aus. So manchen Gesellen erkennt man aber wirklich nicht wieder. So geschehen – nicht nur – in diesem Fall.

Zwangloses, gemeinsames Gassi war der Plan. Frau mit Hund (ah Mist, ich hatte da noch gar keinen. Also Hund. Und Mann) sucht Mann mit Hund, oder so. Spontan war das Ganze auch noch – Pluspunkt. Weit voraus planen kann ich nämlich nicht, bzw. kann ich schon, klappt halt dann nur nie. Also ich mich ins Auto geschwungen, den Herrn plus Hund abgeholt (wasn Service von mir, aber Frau muss ja auch echt Einsatz zeigen) und ab ins Hundeauslaufgebiet, manche Menschen ohne Hund nennen es auch einfach Wald.

Stopp! Erster Schreck kam schon beim Einsammeln: Knuffigster Hund, aber das Herrchen, ohjemine, welche Fotos hat der denn bitte genommen? Also nicht falsch verstehen, Quasimodo war das nicht, aber irgendwie doch einfach jemand ANDERS. Na jut, woll ma mal nich so sein, dacht ick so bei mir, kieken wa einfach mal.

Also liefen wir da so, mit Hund. Der Funke wollte nicht so wirklich überspringen, Gespräche waren auch eher müßig. Beim Badestrand angekommen hab ich gleich mal zielsicher den Platz neben den zwei barbusigsten Frauen, die ich finden konnte, ausgesucht. Mal kucken, ob er den Wink versteht. Natürlich. Nicht. Die meiste Zeit war er aber – zum Glück – eh damit beschäftigt, seinen Hund irgendwie bei uns zu halten. Ich hätt mich ja gern zusammen mit dem Hund verpieselt, aber das war nicht drin. So unhöflich bin ich dann doch nicht, jemanden einfach sitzen zu lassen. Auf dem, für mich langersehnten, Rückweg kam dann aus heiterem Himmel die Anweisung (!!!) ich möge mich doch bitte unter den Baum da vorne stellen. Eigentlich dachte ich, er meinte seinen Hund. Ne, tat er nicht. Abenteuerlustig wie ich nunmal so bin, stand ich 5 Minuten später unter einem Baum. Mit gelbem, klebrigen Pollenzeug. Die Pointe nimmt eigentlich der Titel schon vorneweg, aber um es noch einmal in aller Deutlichkeit laut in die Welt hinauszubrüllen: der Typ kam an, schüttelte und rüttelte wie ein Blöder an dem Baum, es rieselte lauter gelbes, klebriges Zeug auf mich drauf und er grinst mich freudestrahlend mit den Worten „naja stell dir einfach vor, es sind Kirschblüten“ an…

Also „Strawberries, cherries and an angel’s kiss in spring“ waren das ja nun mal so gar nicht..

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once? never ever

Once – da ist der Frosch nicht nur in den Brunnen gefallen…

sondern gleich mal abgesoffen. Ernsthaft? Was soll denn diese App, die „Tinder vernichten will“? Tinder benutze ich nicht, auf okc hab ich mich erstmal abgemeldet. Und Once? Das war pünktlich um 12 Uhr Mittag ein Paukenschlag in die Eingeweide.

Der allererste Vorschlag war ja noch echt okay… aber dann? Nach 4 Tagen fürchtete ich mich schon kurz vor 12, was denn da wieder käme.

Mein kurzes Fazit nach knapp 14 Tagen?

Es passierte nichts. Wirklich nichts. Die, die ich gut fand (zwei insgesamt), die fanden das wohl andersrum nicht. Und mich sprach ausnahmlos niemand an. Eine einzige „Konversation“ kam zustande. Lief dann so:

Er: Hey na wie geht’s?
Ich: Bla bla bla (man füge hier mehrere SÄTZE, aka „ich versuche mich zu unterhalten“ ein.

Er: Wo wohnst du denn?

Ich: XY

Er: Du bist hübsch.

Ich ging dann dezent zum Löschen der App über. Was soll man denn da antworten? Gleich den exakten Wohnort abgefragt (echt jetzt, ihr verkackten nicht allzu bewegungsfreudigen Berliner, bewegt euch mal aus eurem Bezirk raus, das ist hier nicht Australien – Buxtehude, sondern höchstens Alt-Tegel zu Rudow).

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Once in a lifetime

Once – so nennt sich die neueste Kuppel-App. Doch im Gegensatz zu Tinder und okcupid setzt Once auf Qualität statt Quantität (letzteres ist übrigens meiner Meinung nach genau das Problem in Berlin – Massen an Menschen machen Massen an Möglichkeiten – Reizüberflutung par excellence. Dit is uffm Dorf scho anders!).

Statt handverlesener Pralinen bekommst du hier handverlesene Partnervorschläge. Bis auf die rudimentären Alters- und Religionszugehörigkeitswünsche wird in erster Linie – ganz oberflächlich – nach optisch passenden Partnern gesucht. Was, wie gesagt, oberflächlich klingt, hat aber psychologisch gesehen durchaus Hand und Fuß.

Pro Tag bekommt man kostenfrei einen Partnervorschlag, den man dann binnen 24 Stunden anschreiben oder „liken“ kann. Finden sich beiden Parteien super, können sie sich dann natürlich länger als 24 Stunden unterhalten. Passiert innerhalb dieser Frist nichts, passiert eben genau nichts. Fertig.

Da ich neue Konzepte ja aus Prinzip spannend finde, die Partner“suche“ in Berlin einer Schnitzeljagd – mit Rasiermessern gespickt – ähnelt, dachte ich mir frei von der Leber weg: „Ick test das mal für euch.“ Natürlich nur für euch. ICH brauch ja keinen Mann. Gnihihi.

Ihr hört dann wieder von mir, sobald sich im Single-Dschungel statt den üblichen Affen auch mal ein netter Tiger zeigt. Oder ein Affe im Tigerhöschen. Letzteres ist wohl wahrscheinlicher 😉

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Berlin Affairs: Leni im rosa Pulli

Sommer 2013:

60 Minuten warten in der Kälte am Ostkreuz. Zwei weggedrückte Anrufe. Einen Strongbow Cider später sitze ich allein in der kleinen Metalkneipe. Hab mich allein auf den Weg gemacht, Berlin zu entdecken. Immer wieder kopfschüttelnd. Vom Egoismus und der Feigheit der Menschen verwundert.
Ich muss auf die Toilette, frage das nette Mädel im rosa Pulli in der Metalkneipe ob sie auf meine Jacke aufpasst. Tut sie.
Die blonde Leni im rosa Pulli, Modedesign-Studentin, trinkt vermutlich etwas zuviel – jedenfalls weit mehr als ich. 3 Mexikaner später schauen wir einträchtig zusammen das WM-Spiel. Wir reden nicht viel. Sie raucht. Ich bin in Gedanken. Aber nicht alleine. Leni im rosa Pulli, mit dem niedlichen Grinsen. Sie ist noch niedlicher, als sie sich darüber aufregt, dass mich der Kerl versetzt hat. Mir geht das nicht nahe, Kapitel abgehakt. Aber das menschliche Versagen dahinter – spüre ich noch auf dem Nachhauseweg.
Und dann denke ich mir:
Warum Emotionen an einen Vollpfosten verschwenden, wenn ich doch weiter inbrünstig meinen besten Freund lieben kann…

Frühling 2016:

Nasse Haare, nasse Jacke, nasser Hund. Lachend durch die Heide. Mit Menschen, die einen glücklich machen. Zufallsbegegnungen. Begegnungen, die genau dann kommen, wenn man sie wirklich braucht. Ich blicke Lilly an und freue mich. Und erinnere mich – wie so oft – an Leni. Leni im rosa Pulli. Ich bin durch und durch zufrieden. Und an wen ich wirklich nicht mehr denke? Seit Monaten nicht mehr… Ihn. Denn:

Beste Freunde sagen einem nicht, man sei nicht anmutig genug, um geliebt zu werden…

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Single in Berlin?!? Run baby, run!

Single zu sein, erfordert so manches Mal Geduld. Und damit meine ich nicht, geduldig auf den „Richtigen“ warten. Nein, Geduld beim Daten, Geduld bei Freunden, Familie und Verwandten. Mit Anfang 30, jetzt ja hip als thirty-something betitelt, sind wir die neuen Zwanziger. Single sein ist nicht schlimm. Manchmal auch nicht schön, aber das sind Beziehungen ja auch nicht immer. Dennoch habe ich das Gefühl, alle Beziehungsflüchtlinge kommen nach Berlin. Oder sind Ur-Berliner. Berlin ist für mich sowieso eine Stadt der Extreme, alles Fatalisten hier! (Pauschalisierungen und Stereotype find ich ja ganz großartig. Ironie.) Wo war ich? Ja genau. Alles extreme Leute. Extrem öko, extrem tolerant, extrem beziehungsunfähig oder auch gerne mal extrem verzweifelt.
Wenn man also irgendwie doch mal beschließt, dem Pärchenglück (wieso muss ich gerade hier so dermaßen lachen?) auf die Sprünge zu helfen, braucht man vor allem eines: Humor. Wars nicht vorher noch Geduld? Ja, auch. Aber Humor. Ich denke, Humor braucht man definitiv mehr. Und schnelle Beine. Und eigentlich sollte man auch nicht unbedingt einen Blog führen (der Grund, warum der letzte Blog geschlossen wurde: ein nettes Stalkerlein, das sich zum Schluss wenigstens selbst therapieren lassen wollte). Aber: ich bin ja mutig, oder wahlweise einfach nur doof, weil: ich habe so keine Lust, mich von den ganzen Irren da draußen davon abhalten zu lassen, Leute im Internet mit meinen Gedanken zu malträtieren. Hah! In your face. Oder so.
Da ich aber so ungern alleine lache und es sich doch rühmt, die Vorteile einer Partnerschaft seien in erster Linie, dass man alles teilen könne, teile ich meine persönlichen Berlin-Erlebnisse eben mit euch, meinen lieben Lesern. Unter dem Punkt „Berlin Affairs“ könnt ihr euch gerne mit mir amüsieren, gruseln, lachen oder weinen. Nicht alle Erlebnisse werden 1:1 wiedergegeben, das nenn ich dann einfach künstlerische Freiheit, der Unterhaltung wegen. Ihr versteht das.

 

Und nun viel Freude mit Kopf-Yogis, Baumschüttlern und Pfützentrinkern! Prost!