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It´s not you, it´s me

Es liegt nicht an Dir. Ich liebe Dich, wirklich. Ganz wahnsinnig. Klar, ich kann dich auch ganz oft nicht ausstehen, aber das hier, das ist anders.

Ich habe noch nie jemanden so ungern verlassen wie Dich, so lange herausgezögert habe ich einen Abschied auch noch nie. Kurz und schmerzlos waren Trennungen zwar selten, aber das hier, ist irgendwie zu groß für mich.

Ich habe soviel gedacht in den letzten Monaten und noch mehr gefühlt… doch irgendwann fand ich den Aus-Knopf nicht mehr. Immer wenn ich dachte, hey, ja das ist es, war es das doch nicht.

An empty spot in my life... needs to be filled

An empty spot in my life… needs to be filled

Ich konnte es nicht mehr ertragen, wenn mich jemand gefragt hat, wie es mir geht. Was sollte ich denn noch antworten? Same as usual. Tut sich halt nichts. Entweder war ich euphorisch oder zu Tode betrübt, überspitzt gesagt. Meist war ich sogar gut gelaunt, ich liebte die Hunderunden, Zeit mit Zuza, Kaffeetrinken mit Freunden, zusammen zum Sport.  Doch latent war ich immer irgendwie verzweifelt. Zu wenig Schlaf, zuviel Arbeit, zu trostlose Arbeit, zu unterfordernde Arbeit, zu wenig Zeit für Sport (jaaaa tatsächlich), zu wenig Zeit für Zuza und meine Freunde. So einen richtigen Freundeskreis wie damals in Würzburg gab es hier eh nie. Eine ganze Menge liebe Leute, ja, tatsächlich habe ich mich hier nur mit Leuten getroffen, die ichgroßartig fand. Jeden einzelnen von ihnen.
Meine verrückte Perserin, die mit ihrem Gesicht eine Faust machen kann.
Mein bayerischer Zwilling aus dem Nachbardorf, in den ich mich sofort verliebt habe.
Noch ein bayerisches, unfassbar knuffiges (darf ich hier knuffig sagen? Zuckerwattensüß?) Mädel, mit den großen Augen und dem riesen Lächeln – und Zuzas bester Freundin.
Nicht zu vergessen mein meergrünes Opium, das mir plötzlich ziemlich viel bedeutet hat und in dessen Gegenwart ich – so gut es möglich war – zur Ruhe kam.

Aber nichts davon reicht wohl, um mich hier zu halten. Ich habe auf irgendetwas gewartet, was gar nicht kommen kann. Was es ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich aufhören muss, zu warten, dass etwas passiert. Ich hab den Halt verloren. Verloren, wonach ich suchte.

Vielleicht ist es sogar schon passiert und ich habe es nur nicht als „das was ich suchte“ erkannt. Dieses Unabhängigkeitsding, dieses alles allein machen, damit mir ja keiner dreinredet, das funktioniert so nicht mehr.
Ich wollte unbedingt allein wohnen… Jetzt ist der einzige, der da ist, wenn ich nach Hause komme, der Hund, der sich winterbedingt unterm Bett verkriecht. Ich hatte eine Woche Urlaub, von der ich nach 3 Tagen wieder nach Hause kam, weil es nicht das war, was ich in dem Moment gebraucht hätte. Und doch habe ich immens viel aus den drei Tagen mitgenommen. Vielleicht also war es doch das, was ich in dem Moment gebraucht habe.
Etwas wollen und denken, man braucht es kann sich eklatant von dem unterscheiden, was wir wirklich brauchen oder in dem Moment nötig ist.

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An open road… don´t know, where it leads… but I need to go

Und so fange ich an, mich nicht nur von Gegenständen zu verabschieden, sondern auch von Berlin. Berlin ick liebe dir, aber das mit uns beiden… wir brauchen eine Pause. Hallo Bayern. Hallo Land der Berge.

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2 Comment

  1. Reply
    Jule
    Dezember 9, 2016 at 7:05 pm

    Fühl dich ganz fest gedrückt! Nimm dir die Zeit, die du brauchst! Aber es wäre schön, wenn du bald wieder kommst! :-*

  2. Reply
    Astrid
    Dezember 10, 2016 at 1:09 pm

    Liebe Judith, du machst es genau richtig, wenn du auf dich selbst hörst und danach handelst!! Auch ein mutiger Schritt, der sich aber sicher lohnen wird. Irgendwann. Bald.
    Ich drück dir die Daumen, dass dass du deinen Weg immer mehr findest und glücklich sein kannst. Wo auch immer!! Schön, dass wir uns mal kurz über den Weg gelaufen sind ☺

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