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About love and other cars

Als ich ihn neulich beim Spazierengehen sah, war es um mich geschehen. Ein bisschen zu alt, ein bisschen zu derangiert. Und ich wusste, wäre er mein Begleiter, würde ich eines Tages laut schimpfend dagegentreten, ihn hassen, verfluchen und gleichzeitig tief in meinem Herzen genau wissen, dass ich ihn trotzdem liebe. Diesen Schrotthaufen. Diesen alten Geländewagen. Man muss ihn doch einfach mögen. Ich KANN nicht anders, als ihn einfach zu mögen. Mit all seinen Macken und auch all seinen guten Seiten. Und da fiel mir auf, dass es exakt das Gefühl ist, dass ich bei einem Mann haben möchte. Sehen, fühlen. Habenwollen. Und wissen, dass es nicht die „Perfektion“ ist. Sondern echt. Diese bedingungslose Zuneigung, die auch die ganzen „Features“ nicht beeinträchtigen kann. Man findet ihn schlicht toll. Nicht weil man perfekt ist, sondern weil man füreinander perfekt ist. Weil man weiß, worauf man sich einlässt – oder eben genau nicht. Dieses rostige Überraschungsei… mit der ein oder anderen Delle. Jeder hat seine Geschichte, seine Vergangenheit, seine Narben. Keiner ist mehr ein unbeschriebenes Blatt Papier… und das ist auch gut so. Manchmal ruckelt es, manchmal hasst man sich – und muss doch beim Gedanken an ihn einfach schmunzeln … Liebe halt. Kein glatter Hollywood-Streifen, sondern ein Independent-Film mit Ecken und Kanten.

Und hier haben wir tatsächlich einen Landy aus einem Kaufhaus rausgeholt… bei der Aktion superliebe Menschen kennengelernt (und später in Portugal besucht, Danke!)

 

 

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