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Movie: Das hält kein Jahr

Heute kann ich euch gleich den nächsten Film vorstellen: Das hält kein Jahr. Hatte ich anfangs noch Bedenken, da ich kitschige Filme ja nicht so recht leiden kann, so wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Meine Befürchtungen – viel zu seichter Humor, zuviel Fremdschämen und dass man eh bereits alle Witze im Trailer gesehen hat. Denkste! Den Mentalist Darsteller kann ich persönlich als Mentalist nicht ausstehen – jetzt hab ich allerdings einen leichten Minicrush^^ Ein Typ der Lösemittel herstellt – einfach zum Verlieben, oder nicht? Viel besser als so ein arroganter Mentalist.

Aber hier wie üblich, die groben Daten:

 

Originaltitel: I give it a year (Komödie, UK 2013), 97 Minuten

Darsteller

Rose Byrne, Anna Faris, Rafe Spall, Simon Baker, Stephen Merchant,

Stab

Regie: Dan Mazer
Drehbuch: Dan Mazer
Kamera: Ben Davis
Produktion: Working Title

Technische Angaben

Format: 2,39:1 (Cinemascope)
Ton: Dolby Digital

 

Inhalt:

Nat (Rose Byrne) und Josh (Rafe Spall): Liebe auf den ersten Blick. Doch es ist wie verteufelt. Von Anfang an zum Scheitern veurteilt – sogar dem Pfarrer blieb das „Hiermit erkläre ich euch…“ im Halse stecken. Sie versuchens wirklich mit allen Mitteln, doch auch die Paartherapeuthin ist nicht vom Konzept Ehe überzeugt, milde ausgedrückt. Noch komplizierter wird das Ganze, als der smarte Geschäftsmann Guy (Simon Baker) und Josh „eigentlich noch gar nicht“ Ex-Freundin Chloe (Anna Faris) auftauchen. Leicht hats keiner der vier und man muss ihnen zugestehen, sie machen sich´ s auch nicht leicht…Josh´ s bester Freund Danny ist das Gleitmittel, das den Film auf glitschigem Niveau hält, und beide Familien bringen noch zusätzlich Reibung ein.

 Ab hier dann Spoiler-Gefahr:

Der Mentalist-Darsteller Simon Baker für mich in seiner Meisterrolle als smarter, amerikanischer Geschäftsmann Guy, der sich unsterblich in die seit kurzem verheiratete Nat verliebt. Die jedoch ist mit dem eher prolligen Josh liiert und alles andere als glücklich. Er ja aber zum Glück auch nicht. Man fragt sich schon des Öfteren, wann sie sich denn jetzt endlich trennen, aber man muss schon ein wenig Geduld mitbringen.

Das Schöne an dem Film ist, man fiebert zwar mit, aber aus der Distanz. Keiner der Vier ist ein richtiger Sympathieträger, man wünscht keinem Böses aber auch keinem das Allerbeste 😉 Klingt jetzt eher fade, ist es aber rein gar nicht! Man erlebt Hochs und Tiefs, der Film schafft die Balance zwischen Fremdschämen, flachen Witzen und doch feinsinnigem, britischem Humor. Fettnäpfchen werden gerne ausgelassen, stattdessen gibt es gleich den Kopfsprung in die Friteuse. Das beginnt bei der Brautrede und endet nicht beim nicht-so-flotten Dreier von Chloe. Dennoch kann man zwischendrin immer wieder Luft holen und sich an tiefsinnigen, emotional ergreifenden Situationen erfreuen (oder mitleiden, je nachdem).

Natürlich will man dem nervigen Danny ständig eine überbraten und dass Nat ihren Gatten auf der Weihnachtsfeier nicht übers Geländer geschubst hat ist ihr hoch anzurechnen. Aber wer kennt solche Leute nicht?

Die Taubenszene aus dem Trailer? Im Film noch viel besser. Das Flirten von Guy und Nat? Herrlich. So offensichtlich, so ironisch und dabei so ernst gemeint. Und doch auch wieder nicht. „Gehen wir jeder elektrisierenden Berührung aus dem Weg“. Nächste Szene, Austern, ein Geiger und Tauben. Und das in nicht kitschig hinzukriegen ist schon ein Kunststück. Wo vorher noch Gänsehaut war (die beiden in der Hotellobby…), da schüttelt man plötzlich 5 sekunden später nur noch den Kopf.

Der Film auf amerikanisch? American Pie Teil 8 gepaart mit Party Animals-Niveau. Der Film auf Britisch? Einfach nur sehenswert.

Und ernsthaft, mir war bis zum allerletzen Moment nicht klar, wie es ausgeht. Selten habe ich so selig grinsend das Kino verlassen, bin beschwingten Schrittes beinahe von einem Benz überfahren wurde – und habe immer noch gelächelt.

 

Die schönsten Worte in dem ganzen Film: Willst du dich von mir scheiden lassen? Ich habe mich so sehr mit den beiden gefreut. Ihre strahlenden Augen? Meine strahlenden Augen. Happy End? Nicht nötig, aber dennoch auch ein gelungener Abschluss.

Fazit:
Das Phänomen Liebe auf den ersten Blick wird hier gehörig auseinander genommen – aber in der richtigen Dosis wieder zusammengefügt. Wer in einer stabilen Beziehung oder keiner Beziehung ist, noch den Schubs in die richtige Richtung braucht oder sowieso nicht an die Ehe glaubt – der ist mit dem Film gut beraten! Allen anderen würde ich vielleicht davon abraten 😉 Ach Scheiß drauf – einfach kucken! Dann seht ihr schon, was passiert 😉 Und dann stellt euch mal die Frage – bequemer Volvo oder heißer Ferrari? Ich bin ja sowieso klarer Verfechter der Leidenschaft. Und lieber glücklich allein als unglücklich zu zweit/dritt, whatever. Muss jeder für sich selbst entscheiden. Loslassen ist nicht einfach, aber befreiend. Und manchmal braucht man einfach nur einen gehörigen Tritt.
Wichtigster Satz für mich in dem Film „Ich wollte mich nicht von dir trennen, weil ich dachte du überlebst das nicht“. Jeder ist für sich selber verantwortlich. (Was jetzt nicht bedeuten soll, dass man nur an sich denken soll…so nun auch wieder nicht, meine Lieben!) Wenn man jemanden enttäuscht, obwohl man ehrlich war, dann unterlag der andere einer Täuschung aufgrund eigener Fehlinterpretation. Aber das wird hier zu philosophisch für eine Filmkritik…

Man sieht, dieses Mal hab ich nicht soviel zu meckern, so kann das Kinojahr gerne weitergehen! Ich würd ja fast soweit gehen und behaupten. DEN Film schau ich mir gern ein zweites Mal an.

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