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the missing thing – or the art of fotography

Das fehlende Etwas. Was könnte das nur sein? Ob in Beziehungen, Flirtereien oder im Leben generell – oft fragen wir uns, was das fehlende Etwas ist. Ein unbestimmtes, nagendes Gefühl. Einfach nicht zu fassen. In diesem bestimmten Fall jedoch, denke ich, habe ich den Übeltäter gefunden. Es geht – wie der Titel schon verrät – um die Kunst des Fotografierens. Viele wollen es, fast alle tun es, aber nur wenige können es. Das meiner bescheidenen Meinung nach wichtigste ist dabei, dass die Chemie zwischen Fotograf und Objekt stimmt.

Schmerzlich fiel es mir zum Beispiel immer zwischen meinem „besten Freund“ und mir auf. Obwohl er unglaublich gute Fotos macht – die Fotos von mir sehen, pardon, fast immer aus, als wäre ich Quasimodo. Ich bin zwar was die Frontalansicht betrifft wirklich nicht sonderlich fotogen und die Fotos sind auf den ersten Blick eigentlich auch nicht unschön. Aber wenn man genau hinsieht, sieht man das fehlende Etwas. Obwohl wir befreundet waren – und ich jahrelang, harmlos gesagt, für ihn geschwärmt habe, sieht man, dass wir nicht harmonieren. Wir verstehen einander nicht. So wie er mich fotografiert, sieht man deutlich was er für mich empfindet. Aber das Auge für Details, das Auge für den Moment, in dem ich mich wohlfühle – das sind zu feine Nuancen, als dass sie jemand festhalten könne, der mich nicht als Ganzes, Wunderbares empfindet.
Das klingt nicht nett, ich weiß. Doch selbst ein Hobbyfotograf kann wunderschöne Fotos von geliebten Menschen machen. Man sieht den Fotos an, welch Zuneigung der ein oder andere dem Modell entgegenbringt. Du siehst das Strahlen des Fotografen in dem Bild, dass er macht abgebildet. Du siehst, was der Fotograf fühlt. Du musst nur hinsehen.
Doch man sieht auch die Entwicklung des Miteinander in den Fotos. Wie versucht wird, sich aufeinander abzustimmen, wie man Fortschritte macht im gegenseitigen Verständnis. Fotos sind für mich mehr als nur Abbildungen von Personen oder Objekten, Fotos sind für mich realer als so manch gesprochenes Wort, sie sind feiner und dabei aussagekräftiger. Und manchmal aber auch einfach nur schön…

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