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August 2016

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About love and other cars

Als ich ihn neulich beim Spazierengehen sah, war es um mich geschehen. Ein bisschen zu alt, ein bisschen zu derangiert. Und ich wusste, wäre er mein Begleiter, würde ich eines Tages laut schimpfend dagegentreten, ihn hassen, verfluchen und gleichzeitig tief in meinem Herzen genau wissen, dass ich ihn trotzdem liebe. Diesen Schrotthaufen. Diesen alten Geländewagen. Man muss ihn doch einfach mögen. Ich KANN nicht anders, als ihn einfach zu mögen. Mit all seinen Macken und auch all seinen guten Seiten. Und da fiel mir auf, dass es exakt das Gefühl ist, dass ich bei einem Mann haben möchte. Sehen, fühlen. Habenwollen. Und wissen, dass es nicht die „Perfektion“ ist. Sondern echt. Diese bedingungslose Zuneigung, die auch die ganzen „Features“ nicht beeinträchtigen kann. Man findet ihn schlicht toll. Nicht weil man perfekt ist, sondern weil man füreinander perfekt ist. Weil man weiß, worauf man sich einlässt – oder eben genau nicht. Dieses rostige Überraschungsei… mit der ein oder anderen Delle. Jeder hat seine Geschichte, seine Vergangenheit, seine Narben. Keiner ist mehr ein unbeschriebenes Blatt Papier… und das ist auch gut so. Manchmal ruckelt es, manchmal hasst man sich – und muss doch beim Gedanken an ihn einfach schmunzeln … Liebe halt. Kein glatter Hollywood-Streifen, sondern ein Independent-Film mit Ecken und Kanten.

Und hier haben wir tatsächlich einen Landy aus einem Kaufhaus rausgeholt… bei der Aktion superliebe Menschen kennengelernt (und später in Portugal besucht, Danke!)

 

 

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Strawberries, cherries and an angel’s kiss in spring

Mein allererstes Date (2013), das ich einer mittlerweile echt bekannten Datingapp (nicht Tinder, ich glaube dafür bin ich wirklich zu alt) verdanke…

Altbekanntes Problem: Auf Fotos sieht man immer anders aus als in echt. Man WIRKT anders, man IST anders. Gestik, Mimik, Attitüde machen einfach eine Menge aus. So manchen Gesellen erkennt man aber wirklich nicht wieder. So geschehen – nicht nur – in diesem Fall.

Zwangloses, gemeinsames Gassi war der Plan. Frau mit Hund (ah Mist, ich hatte da noch gar keinen. Also Hund. Und Mann) sucht Mann mit Hund, oder so. Spontan war das Ganze auch noch – Pluspunkt. Weit voraus planen kann ich nämlich nicht, bzw. kann ich schon, klappt halt dann nur nie. Also ich mich ins Auto geschwungen, den Herrn plus Hund abgeholt (wasn Service von mir, aber Frau muss ja auch echt Einsatz zeigen) und ab ins Hundeauslaufgebiet, manche Menschen ohne Hund nennen es auch einfach Wald.

Stopp! Erster Schreck kam schon beim Einsammeln: Knuffigster Hund, aber das Herrchen, ohjemine, welche Fotos hat der denn bitte genommen? Also nicht falsch verstehen, Quasimodo war das nicht, aber irgendwie doch einfach jemand ANDERS. Na jut, woll ma mal nich so sein, dacht ick so bei mir, kieken wa einfach mal.

Also liefen wir da so, mit Hund. Der Funke wollte nicht so wirklich überspringen, Gespräche waren auch eher müßig. Beim Badestrand angekommen hab ich gleich mal zielsicher den Platz neben den zwei barbusigsten Frauen, die ich finden konnte, ausgesucht. Mal kucken, ob er den Wink versteht. Natürlich. Nicht. Die meiste Zeit war er aber – zum Glück – eh damit beschäftigt, seinen Hund irgendwie bei uns zu halten. Ich hätt mich ja gern zusammen mit dem Hund verpieselt, aber das war nicht drin. So unhöflich bin ich dann doch nicht, jemanden einfach sitzen zu lassen. Auf dem, für mich langersehnten, Rückweg kam dann aus heiterem Himmel die Anweisung (!!!) ich möge mich doch bitte unter den Baum da vorne stellen. Eigentlich dachte ich, er meinte seinen Hund. Ne, tat er nicht. Abenteuerlustig wie ich nunmal so bin, stand ich 5 Minuten später unter einem Baum. Mit gelbem, klebrigen Pollenzeug. Die Pointe nimmt eigentlich der Titel schon vorneweg, aber um es noch einmal in aller Deutlichkeit laut in die Welt hinauszubrüllen: der Typ kam an, schüttelte und rüttelte wie ein Blöder an dem Baum, es rieselte lauter gelbes, klebriges Zeug auf mich drauf und er grinst mich freudestrahlend mit den Worten „naja stell dir einfach vor, es sind Kirschblüten“ an…

Also „Strawberries, cherries and an angel’s kiss in spring“ waren das ja nun mal so gar nicht..