Monthly Archives

April 2013

Uncategorized

Movie: Das hält kein Jahr

Heute kann ich euch gleich den nächsten Film vorstellen: Das hält kein Jahr. Hatte ich anfangs noch Bedenken, da ich kitschige Filme ja nicht so recht leiden kann, so wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Meine Befürchtungen – viel zu seichter Humor, zuviel Fremdschämen und dass man eh bereits alle Witze im Trailer gesehen hat. Denkste! Den Mentalist Darsteller kann ich persönlich als Mentalist nicht ausstehen – jetzt hab ich allerdings einen leichten Minicrush^^ Ein Typ der Lösemittel herstellt – einfach zum Verlieben, oder nicht? Viel besser als so ein arroganter Mentalist.

Aber hier wie üblich, die groben Daten:

 

Originaltitel: I give it a year (Komödie, UK 2013), 97 Minuten

Darsteller

Rose Byrne, Anna Faris, Rafe Spall, Simon Baker, Stephen Merchant,

Stab

Regie: Dan Mazer
Drehbuch: Dan Mazer
Kamera: Ben Davis
Produktion: Working Title

Technische Angaben

Format: 2,39:1 (Cinemascope)
Ton: Dolby Digital

 

Inhalt:

Nat (Rose Byrne) und Josh (Rafe Spall): Liebe auf den ersten Blick. Doch es ist wie verteufelt. Von Anfang an zum Scheitern veurteilt – sogar dem Pfarrer blieb das „Hiermit erkläre ich euch…“ im Halse stecken. Sie versuchens wirklich mit allen Mitteln, doch auch die Paartherapeuthin ist nicht vom Konzept Ehe überzeugt, milde ausgedrückt. Noch komplizierter wird das Ganze, als der smarte Geschäftsmann Guy (Simon Baker) und Josh „eigentlich noch gar nicht“ Ex-Freundin Chloe (Anna Faris) auftauchen. Leicht hats keiner der vier und man muss ihnen zugestehen, sie machen sich´ s auch nicht leicht…Josh´ s bester Freund Danny ist das Gleitmittel, das den Film auf glitschigem Niveau hält, und beide Familien bringen noch zusätzlich Reibung ein.

 Ab hier dann Spoiler-Gefahr:

Der Mentalist-Darsteller Simon Baker für mich in seiner Meisterrolle als smarter, amerikanischer Geschäftsmann Guy, der sich unsterblich in die seit kurzem verheiratete Nat verliebt. Die jedoch ist mit dem eher prolligen Josh liiert und alles andere als glücklich. Er ja aber zum Glück auch nicht. Man fragt sich schon des Öfteren, wann sie sich denn jetzt endlich trennen, aber man muss schon ein wenig Geduld mitbringen.

Das Schöne an dem Film ist, man fiebert zwar mit, aber aus der Distanz. Keiner der Vier ist ein richtiger Sympathieträger, man wünscht keinem Böses aber auch keinem das Allerbeste 😉 Klingt jetzt eher fade, ist es aber rein gar nicht! Man erlebt Hochs und Tiefs, der Film schafft die Balance zwischen Fremdschämen, flachen Witzen und doch feinsinnigem, britischem Humor. Fettnäpfchen werden gerne ausgelassen, stattdessen gibt es gleich den Kopfsprung in die Friteuse. Das beginnt bei der Brautrede und endet nicht beim nicht-so-flotten Dreier von Chloe. Dennoch kann man zwischendrin immer wieder Luft holen und sich an tiefsinnigen, emotional ergreifenden Situationen erfreuen (oder mitleiden, je nachdem).

Natürlich will man dem nervigen Danny ständig eine überbraten und dass Nat ihren Gatten auf der Weihnachtsfeier nicht übers Geländer geschubst hat ist ihr hoch anzurechnen. Aber wer kennt solche Leute nicht?

Die Taubenszene aus dem Trailer? Im Film noch viel besser. Das Flirten von Guy und Nat? Herrlich. So offensichtlich, so ironisch und dabei so ernst gemeint. Und doch auch wieder nicht. „Gehen wir jeder elektrisierenden Berührung aus dem Weg“. Nächste Szene, Austern, ein Geiger und Tauben. Und das in nicht kitschig hinzukriegen ist schon ein Kunststück. Wo vorher noch Gänsehaut war (die beiden in der Hotellobby…), da schüttelt man plötzlich 5 sekunden später nur noch den Kopf.

Der Film auf amerikanisch? American Pie Teil 8 gepaart mit Party Animals-Niveau. Der Film auf Britisch? Einfach nur sehenswert.

Und ernsthaft, mir war bis zum allerletzen Moment nicht klar, wie es ausgeht. Selten habe ich so selig grinsend das Kino verlassen, bin beschwingten Schrittes beinahe von einem Benz überfahren wurde – und habe immer noch gelächelt.

 

Die schönsten Worte in dem ganzen Film: Willst du dich von mir scheiden lassen? Ich habe mich so sehr mit den beiden gefreut. Ihre strahlenden Augen? Meine strahlenden Augen. Happy End? Nicht nötig, aber dennoch auch ein gelungener Abschluss.

Fazit:
Das Phänomen Liebe auf den ersten Blick wird hier gehörig auseinander genommen – aber in der richtigen Dosis wieder zusammengefügt. Wer in einer stabilen Beziehung oder keiner Beziehung ist, noch den Schubs in die richtige Richtung braucht oder sowieso nicht an die Ehe glaubt – der ist mit dem Film gut beraten! Allen anderen würde ich vielleicht davon abraten 😉 Ach Scheiß drauf – einfach kucken! Dann seht ihr schon, was passiert 😉 Und dann stellt euch mal die Frage – bequemer Volvo oder heißer Ferrari? Ich bin ja sowieso klarer Verfechter der Leidenschaft. Und lieber glücklich allein als unglücklich zu zweit/dritt, whatever. Muss jeder für sich selbst entscheiden. Loslassen ist nicht einfach, aber befreiend. Und manchmal braucht man einfach nur einen gehörigen Tritt.
Wichtigster Satz für mich in dem Film „Ich wollte mich nicht von dir trennen, weil ich dachte du überlebst das nicht“. Jeder ist für sich selber verantwortlich. (Was jetzt nicht bedeuten soll, dass man nur an sich denken soll…so nun auch wieder nicht, meine Lieben!) Wenn man jemanden enttäuscht, obwohl man ehrlich war, dann unterlag der andere einer Täuschung aufgrund eigener Fehlinterpretation. Aber das wird hier zu philosophisch für eine Filmkritik…

Man sieht, dieses Mal hab ich nicht soviel zu meckern, so kann das Kinojahr gerne weitergehen! Ich würd ja fast soweit gehen und behaupten. DEN Film schau ich mir gern ein zweites Mal an.

Uncategorized

Movie: Mama

Donnerstag war ich mit einem Freund im Kino und habe mir MAMA angesehen.

Einer der Darsteller dürfte vielleicht einigen aus der Serie Game of Thrones bekannt sein – hier haben wir tatsächlich Jaime Lannister! Den Rest der Besetzung kannte ich zwar nicht, aber das ist für einen guten Film ja auch nicht zwingend notwendig. Denn an sich stand der Film unter einem guten Vorzeichen, schließlich hatte niemand geringerer als Guillermo Del Torro, bereits bekannt durch „Pans Labyrinth“ und „Hellboy“, als Executive Producer die Kinoadaption des Kurzfilms von Muschietti unterstützt.

Bevor ich euch allerdings meine Meinung dazu mitteile,  gibts erst einmal die groben Daten:

 

Mama

E/CND 2013

Regie: Andrés Muschietti

Buch: Neil Cross, Andrés Muschietti

Mit: Jessica Chastain, Nikolaj Coster-Waldau, Megan Charpentier, Isabelle Nélisse, Daniel Kash

Produktion: Toma 78, De Milo

Verleih: Universal

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 16 Jahren

Start: 18. April 2013

Inhalt:
Wir haben das Jahr 2008. Eine Finanzkrise bringt den Manager Jeffrey dermaßen um den Verstand, sodass er seine Geschäftspartner und seine Ehefrau tötet. Die beiden Töchter, die dreijährige Victoria und die einjährige Lilly, entführt er auf seiner Flucht aus der Stadt. Durch einen Autounfall landet das Trio in einem einsamen Waldgebiet, wo es auf eine verlassene Holzhütte stößt. Dort angekommen will Jeffrey sich töten, beschließt dann aber zuerst seine Töchter zu erschießen. Bevor er allerdings sein grausiges Vorhaben in die Tat umsetzen kann, erscheint eine weibliche Geistergestalt, die ihm das Genick bricht und fortan für die Kinder sorgt. 5 Jahre später werden die verwahrlosten Kinder aufgefunden und in die Obhut von Jeffreys Bruder Lucas und dessen Freundin Annabel gegeben.

Mein Senf dazu:

Was danach kommt, kann nicht mehr überraschen. Wie denn auch? Im Endeffekt ist bereits klar, wie der Film weitergeht. Dennoch hätte man aus dem Film wirklich was machen können, statt auf dämlichen Klischees rumzureiten. Das der bindungsphobischen Punkrockbassistin, des mittellosen aber liebevollen Onkels – läuft eigentlich nur mir bei den Worten „liebevoller Onkel“ ein Schauer über den Rücken? Passenderweise ja von „Jaime Lannister“ gespielt – und natürlich darf auch die wohlhabende Schwester der Ermordeten nicht fehlen. Die Figur der geisterhaften MAMA beruht meiner Meinung nach ganz klar auf den Sagen um die „weiße Frau“. Gut, weiß war die Dame die meiste Zeit nicht, aber wer sich schonmal volkskundlich mit Sagen auseinandergesetzt hat (oder einfach ab und zu mal Supernatural gekuckt hat), der erkennt hier ganz klar Parallelen. [Achtung Spoiler] Die Erscheinung einer geisterhaften weißen Frau kommt immer dann vor, wenn ein Unrecht geschehen ist. So z.B. dass eine Frau ihre Kinder ertränkt hat (weil sie an Kindbettdepressionen litt, oder Ähnliches) und dann aus Reue keine Ruhe findet. So gesehen bei Supernatural, ähnlich bei Ghost Wisperer und in meinen Volkskundebüchern. Man merkt, ich bin genervt. Lillys Charakter wurde für mich nach geraumer Zeit so unerträglich, dass ich mir ständig wünschte, die Geisterdame würde das Kind bitte endlich jetzt mitnehmen.

Der ganze Film gleicht einem Hindernislauf, bei dem jedes mögliche (und unmögliche) Klischee mitgenommen wurde. Keine Hürde zu groß, kein Klischee zu flach. Ich würde sagen, bei diesem Hindernislauf brach sich der Film nicht nur ein Bein, sondern das Genick. Und das eigentlich schon von Anfang an. Beinahe hätte ich den obligatorischen Psychiater vergessen (der im übrigen aussah wie Monk). Doktor Dreyfuss ist natürlich der Therapeut, der leicht wahnsinnig und obsessiv die Kinder studieren will. Dieser Obsession allein verdanken wir es übrigens, dass nicht die wohlhabende Schwester das Sorgerecht für die Kinder bekam, sondern der mittellose Lucas. Ganz schön manipulativ, dieser Psychiater, hm? Durch Hypnose von Victoria steht er immer wieder kurz davor, das Rätsel um Mama zu lösen. Deswegen irritiert es dann doch, wenn er mittendrin von einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung spricht. Ich denke, er redet da von sich selber. Macht ja anders keinen Sinn.

Scheinbar hat sogar Lucas ziemlich schnell die Schnauze voll und verabschiedet sich (recht-)zeitig ins Koma, um dann nur ganz zum Schluss den Held spielen zu können. Aus dem Koma erwachte er nur, durch den Zombiewink mit dem Zaunpfahl seines Bruders. Dieser bat ihn, seine Mädchen zu retten. Ganz ehrlich, der soll doch die Klappe halten, schließlich wollte er die Kids von Anfang an abmurksen.

Fazit für mich: ein netter Kinoabend, der an mich an japanische Horrorklassiker wie Ringu, Dark Water und Co. erinnerte. Sagen wirs mal so – wenn sogar ich nach so einem Film um kurz nach Mitternacht meinen Heimweg zu Fuß durch ein kleines Wäldchen antreten kann (was ich auch tat) – dann war’s nicht mal ein Gruselfilm. Ohne Ton hätte ich vermutlich nicht einmal mit der Wimper gezuckt, mit Ton bin ich ein einziges Mal erschrocken. Was aber daran lag, dass der Schreckmoment eigentlich schon vorbei war. Die Charaktere waren so flach wie manche Witze beim Wirtshausstammtisch. Eine Punkrockerin mit Bindungsphobie, Misfits-shirts und schwarzen Nägeln. Joar. Zitat aus dem Film „Verlass ihn doch. Du spielst in einer Punkrockband“ Hirnrissigere Stereotypen(sätze) konnte man wohl nicht mehr unterbringen, oder? Oh und bevor ichs ganz vergesse, ich liebe ja Filmfehler. Annabel blick in einer Szene auf ein Dokument „Who is Mama“. Übersetzung „Wo ist Mama“. Ja ne, is klar. Setzen. Sechs. Hätten wir nicht um die Wette gegähnt und uns nebenbei über den Film aufgeregt, ich wäre vermutlich wirklich eingeschlafen. Das wenige Adrenalin, das bei diesem Film bei mir ausgeschüttet wurde, kam lediglich von den Momenten, in denen ich mich einfach tierisch aufgeregt hab.